Be Berlin Wir sind ein Berlin Image Kampagne

Aus “Icke” wird “Wir”

Sie haben es vielleicht mitbekommen oder Werbung im Stadtbild gesehen – Berlin gibt sich ein neues Gesicht, und positioniert sich anders.

Wo es seit 2008 “Be Berlin” hieß, was als Aufforderung zur Umsetzung und Verwirklichung der Individualität des Einzelnen verstanden werden sollte, heißt das Motto nun seit September 2020 “Wir sind ein Berlin”. Während also die alte Kampagne mehr das Ich-Gefühl stärken und hervorheben sollte, geht es jetzt um die Bürger und die Stadt als Gemeinschaft.

Die Idee und das Konzept sind begrüßenswert, und setzen, nicht zuletzt in der aktuell etwas ungewöhnlichen Situation in Berlin und Deutschland, bestimmt an der richtigen Stelle an. Dazu erklärte der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller​​​:

„Berlin ist die Stadt der Freiheit, Toleranz und Vielfalt. Im neuen Markenauftritt des Landes Berlin geht es darum, neben der gelebten individuellen Vielfalt auch das zu betonen, was uns Menschen in Berlin miteinander verbindet.“

Dass wir das in Berlin nicht ganz ohne etwas Spott und sarkastische Kommentare aufnehmen werden war zum Glück allen Beteiligten klar, von Anfang an eingerechnet und konsequenterweise bedachter Teil der ganzen Strategie. Denn die Entwicklung dieser Kampagne dauerte wieder zwei Jahre, kostete ca. 1,5 Millionen Euro, und die “Du so – Ich so”-Idee erinnert doch am Ende etwas an die Werbung eines Getränkelieferanten.

Daher erscheint es sinnvoll die Berliner an der Kampagne zu beteiligen, auf dass sie ihren mitunter vorkommenden Hang zum Besserwissertum auch ausleben können. Im Marketing-Deutsch heißt das dann “partizipativ”, also die Aufforderung zum Mitmachen.

Daher können interessierte Bürger nun:

Probieren Sie es doch gerne selbst aus, und die Kampagne hätte einen ihrer Zwecke erfüllt, weil Sie dann total “partizipativ” sind.

Und was bedeutet das jetzt für Sie als Immobilieneigentümer in Berlin?

Ganz einfach: In Zukunft heißt es nun nicht mehr “ich bin Immobilienbesitzer”, sondern “wir sind Immobilienbesitzer”. Klingt nach Kommunismus, ist es aber nicht 🙂